sábado, 29 de junio de 2019

Kommentar zum Brief des Papstes an das Volk Gottes in Deutschland


Zum Brief von Papst Franziskus an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland

Der Brief des Papstes kam fuer alle ueberraschend. Er ist als sein Beitrag zum „synodalen Weg“ in Deutschland zu sehen. Der Papst mischt sich ein, nicht bestimmend, nicht zurechtweisend sondern ermutiegend. Dabei gibt er keine Loesungen vor, zeigt aber Gefahren am Weg auf und macht so eine Weichenstellung, in welche Richtung wir auf dem Weg schauen sollten. Den Weg gehen und die richtigen Schritte tun, das muss die deutsche Kirche dann schon selber tun.

Nicht der erste Papstbrief an ein bestimmtes Land

Im letzten Jahr gab es zwei Briefe von Franziskus. Der erste am 31.5.18 an das Volk Gottes in Chile und der zweite am 20.8.18 an das Volk Gottes ganz allgemein. In beiden Briefen geht es um die Missbrauchsproblematik in der Kirche, im zweiten Brief wird zwar die USA nicht direkt angesprochen, aber der Ausloeser war doch klar die Missbrauchsstudie von Pensilvania. Im Brief an die deutsche Kirche wird zwar der Missbrauch nicht angesprochen, es ist aber doch klar, dass er der direkte Ausloeser der Krise ist, auf die der synodale Weg antworten moechte.

Synodalitaet als Grundprinzip

Der Papste freut sich ueber den synodalen Weg. Er warnt nicht vor dem Weg an sich, sondern vor gewissen Gefahren, die sich dabei ergeben koennten. Er praktiziert Synodalitaet bei seinen jaehrlichen Bischofssynoden im Oktober in Rom. Er entscheidet nicht alles selbst mit dem Heiligen Geist, sondern ist ueberzeugt, dass der Heilige Geist im gesamten Volk Gottes wirkt. Der Synodale Weg in Deutschland darf daher nicht nur eine Bischofssynode sein. Der Weg muss in den Pfarreien und Dioezesen beginnen, bevor die Bischoefe mit einigen Experten darueber beraten. Es ist wichtig, auf das Volk Gottes zu hoeren, nicht nur auf Statistiken und Wissenschaftler. Der Synodale Weg sollte also in den Pfarreien und Verbaenden beginnen.

Strukturreformen greifen zu kurz

Wir Deutschen werden zwar gelobt als gute Organisierer, aber es wird auch klar festgestellt, dass rein technische Strukturreformen (wie sie zur Zeit ja in vielen Dioezesen zaehneknirschend durchgefuehrt werden) nur kurzzeitige Erleichterung bringen, ohne das Problem loesen zu koennen. Und die Loesung liegt auch nicht in radikalen kirchlichen Reformen bei den „Reizthemen“ Zoelibat, Frauenpriestertum und Sexualmoral. Das darf auf keinen Fall ausgeklammert werden, aber man darf sich davon nicht allzu viel fuer die langfristige Loesung der Krise in einer „Zeitenwende“ versprechen.

Der synodale Weg geht nicht nach vorwaerts oder rueckwaerts sondern nach oben und unten

Noch immer ist die deutsche Kirche in das konservative und progressive Lager gespalten, auch wenn das letztere klar im Aufwind ist. Der Papst stellt klar, dass ein Weg zurueck nach einem Modell der Kirche von fruehren Zeiten nicht geht. Aber ebensowenig nuetzt es, einfach alles ueber den Haufen werfen zu wollen, was in der gegenwaertigen Gesellschaft nicht verstanden wird, das waere „Verweltlichung“, Einebnung des kritisch prophetischen Potentials des Evangeliums. Der Papst insistiert in einem dritten Weg, dem geistlichen Weg. Wir muessen uns zwar die konkrete Realitaet ganz genau anschauen, aber dann alles von „oben“ vom Geist Gottes her erwarten. Wir koennen die Loesung nicht einfach „machen“, sie wird nicht in Kampfabstimmungen erreicht sondern im Hinhoeren auf Gott. Die entscheidende Frage dieses geistlichen Prozesses wird sein: „Was will uns der Geist Gottes in dieser Situation sagen?“. Glauben wir ueberhaupt noch daran, dass Gott auch heute spricht, in den Ereignissen, in den Noeten der Menschen? Haben wir die Methoden, geistlich hinzuschauen und hinzuhoeren oder sind unsere Methoden gaenzlich intellektuell-wissenschaftlich gepraegt? Auch da koennte eine blinde Stelle im deutschen Katholizismus liegen. Nach unten schauen, auf die Realitaet der Notleidenden, und dort die Stimme Gottes hoeren, die von oben kommt.

Geistliche Unterscheidung und Pastorale Bekehrung

Der Papst stellt nicht die Machtfrage: Ich habe recht, weil ich der Papst bin. Nein er ermutigt uns Deutsche, selbst taetig zu werden im Sinne eines geistlichen Unterscheidungsprozesses. Das sollte auf der untersten Ebene bei den Pfarreien beginnen, sich in den Dioezesen fortsetzen und schliesslich auf nationaler Ebene gebuendelt werden.

Der Reformprozess des synodalen Weges muss bei einer „pastoralen Bekehrung“ ansetzen. Dieses Wort ist ein Schluesselwort in dem Lehrschreiben Evangelii Gaudium, auf das sich der Papst immer wieder bezieht. „Conversión Pastoral“ wurde in der Deutschen Ausgabe mit „Neuausrichtung der Seelsorge“ uebersetzt, was die eigentliche Bedeutung geradezu straeflich verwaessert. Bekehrung ist viel grundsaetzlicher als Neuausrichtung. Sie ist das Eingestaendnis, dass wir bisher etwas ganz falsch gemacht haben. Es geht darum nicht mehr den Selbsterhalt der kirchlichen Organisation als oberste Maxime zu setzen, sondern die Noete und Sorgen dieser Welt zu sehen, und vom Evangelium her versuchen, darauf eine Antwort zu geben. Die deutsche und die universelle Kirche muss eine missionarische Kirche werden, die die Umwelt und die Armen ihrer Gesellschaft besonders im Blick hat. 


Auf diesem Weg gilt es auch Spannungen aushalten zu lernen. Gerade in diesen Spannungen ruft uns der Heilige Geist, nicht vorschnelle Loesungen zu suchen sondern auf das Evangelium zu hoeren. 

Lasst uns den Synodalen Weg im Gebet um den Heiligen Geist beginnen.

Caravelí, 29.06.19           Reinhold Nann, Bischof von Caravelí

Der Autor hat 9 Jahre  als Priester in der Erzdioezese Freiburg  und 23 Jahre als Missionar in Peru gearbeitet.

sábado, 15 de junio de 2019

Ein Beitrag auf alemannisch zur Amazonassynode


In dr Seel vum Amazonas schwimme

Fir selli Remer vor zwodausend Johr , sin mir Alemanne au emol di Wilde gsi,

Wege dem schrib i jetz emol in der Sproch vu de Igeborene bi mir deheim.

Sechstausend kilometer ischer lang un windet sich durch de Uehrwald wia a Schlang

S isch a triebi Brieh, mee bruen wia suefer siehter ues

Aber seller Dreck wu ner mitbringt isch a Sege fir sell Land wuner demit iberschwemme duet.

Nur seller Schisdreck vu Quecksilber vu de Goldsuacher

un sel Eel vu der Erdeelbohrer, wo furtlauft

un seller Huefe Wald wu si scho abgholzt hen - sel isch nit grad so gsund.



He wa hets do Wasser. Un Baim, hecher wia de Minsterturm.

Un Fisch, un Viecher, des kansch der nit vorstelle.

Wenn nur selli Muckeseggel nit waere, si lehn dr bigot kei Rua.

S’het a paar alti Heiler, dia sage, s’waer frieher nit so gsi.

Aber seli bese Geischder vu sellene wu iberal nur de Profit sueche,

die sin in selli Schnooge nigfahre

Un sitterher simmer halt plogt.

Dr Amazonas isch wie a Vatter wu de Muaderboode segne duet

Un alli Kinder, seies Mensche, Tierer oder Pflanze hen a Seel.

Wenn dr des alles bschausch, do muesch doch eifach an a Herrgott glaube.

Dr Amazonas gibt dr halbe Welt si Luft zum schnuefe.

Mr sotte scho ne bitzili meh ufn uffpasse.

martes, 7 de mayo de 2019

Kirchen-Manifest: Ein deutsch-peruanischer Bischof macht sich so seine Gedanken zur Kirche:



Kirchen-Manifest: Ein deutsch-peruanischer Bischof macht sich so seine Gedanken zur Kirche:

¿Was passiert gerade in der katholischen Kirche?

1.       Wir werden weniger: Massiver Mitgliederschwund in Deutschland. Massiver Rueckgang der Gottesdienstbesucher und massiver Rueckgang der Zahl der Priester.

2.       Missbrauchskrise: Die Missbrauchskrise hat die Glaubwuerdigkeit des Klerus, die hierarchische Struktur der Kirche und den Zoelibat noch einmal massiv in Frage gestellt.

3.       Fluegelkaempfe: Im Vatikan und auf der Ebene der Bischoefe geht es gerade heiss her: Immer deutlicher aeussern sich Kritiker von Papst Franziskus: Erst waren es die Zweifler-Kardinaele (dubia): Burke, Meissner, Brandmueller und Caffara. Dann kam Kurienerzbischof Viganó gefolgt von einigen US-Sympatisanten. Und gerade erst Papst Benedikt und Kardinal Mueller. Kardinal Sarah gehoert schon laenger zu diesem Fluegel.

Die konservative Fraktion stellt sich gegen Franziskus und dessen Reformplaene. Kardinal Mueller meint gar, die Kirche als Institution sei gar nicht reformierbar, weil sie von Gott stammt. Dass sich ihre geschichtliche Gestalt in den letzten 2000 Jahren staendig veraendert hat, scheint er ueberhaupt nicht wahrzunehmen. Auf der anderen Seite ein staendig wachsender Block der (nicht nur aber vor allem) von Franziskus ernannten Bischoefe und Kardinaele. Die Synodalitaet bringt Bewegung in die Reform der Kirche, auch wenn sie aufgrund der grossen Zahl der Bischoefe und der sehr unterschiedlichen Situationen weltweit nur sehr langsam vorankommt. Und es gibt auch einige sehr agressive rueckwaertsgewandte Priester und Laien.

4.       Frauenfrage Daran kommt die Maennerkirche nicht vorbei. Und es faellt ihr unsagbar schwer, hier wirkliche Erneuerung zuzulassen. Viele Frauen in Europa und Nordamerika werden ungeduldig, koennen nicht laenger warten: Wird es rechtzeitig zu wirklichen Reformen kommen, oder werden die Frauen massiv aus der Kirche auswandern? Das koennte zu einer neuen Fluechtlingskrise fuehren. (Das koennte man auch ausweiten auf die Laien- und Gender-Fragen).

5.       Welt ohne Gott: Gott kommt kaum noch vor in der saekularen Welt. Allenfalls als Traditión, Erinnerung an fruehere Zeiten. Der Mensch hat seine Stelle eingenommen. Aber die Welt ist dadurch nicht menschlicher geworden: Gewalt, Krieg, Leid und Hunger sind nicht auszurotten.



¿Wohin wird das fuehren?

Was ich mir nicht erhoffe:

1.       Eine Spaltung in der katholischen Kirche. So wie nach dem Konzil die Lefebfre-Leute aus der Kirche auszogen, koennten nun auch die Burkes und Muellers eine neue, „rechtglaeubige“ Kirche gruenden.

2.       Ein massiver Auszug der fortschrittlichen Kraefte aus der Kirche mit einem anschliessenden Rechtsruck der Uebriggebliebenen, die im besten Fall noch die Groesse einer Sekte wie die Zeugen Jehovas haette.

3.       Eine voellige Verweltlichung der Kirche. Ohne frohe Botschaft, ohne Gott, waere sie noch so eine Art christlicher Heimatverein mit etwas sozialem Engagement.

Was ich mir erhoffe:

1.       Kirche, als Ort des Lebens. Da darf und muss es unterschiedliche Formen von Zugehoerigkeit geben: Engagierte, die in kleinen intensiven Gemeinschaften zuhause sind und von dort aus wirkliches soziales oder kirchliches Engagement zeigen. Mitarbeiter, die sich zeitweise und je nach ihren Gaben engagieren. Mitglieder, die die Intensitaet ihrer Mitgliedschaft selber bestimmen koennen. Sprirituelle, die bei der Kirche immer wieder auftanken, ohne sich deswegen binden zu muessen. Hilfesuchende, die zumindest ein offenes Ohr finden.

2.       Statt Ausschluss Einbeziehung der Gaben aller. Hinhoeren und Neues zulassen. Altes nicht leichtfertig ueber Bord werfen, sondern sorgfaeltig pruefen.

3.       Auf Gott hoeren. Nicht meinen Willen durchsetzen bei den dringend anstehenden Reformen, sondern ganz auf Gott vertrauen. Gott ist schon da, in dieser globalisierten und sich staendig veraendernden Welt. Es muss Seine Reform sein, nicht meine. Ich glaube, dass uns in dieser Zeit des Wandels der Geist geschenkt wird, der Heilige Geist von der pfingstlichen Erneuerung der Kirche.

¿Was sollten wir jetzt tun?

1.       Zielstrebig an der Erneuerung arbeiten aber mit langem Atem. Wer mit kurzem Atem rennt, wird schnell muede und gibt auf. Daher langsam gehen, aber vorwaerts, niemals zurueck. Das Konzil wird jetzt erst wirklich umgesetzt, es wird wohl noch einiger National- und Dioezesansynoden beduerfen.

2.       Nicht gegen Franziskus sondern mit ihm. Er hat die Erneuerung angestossen, stoesst aber auf viele Grenzen und Widerstaende. Auch wenn es mir zu langsam geht, nicht dem vorsichtigen Reformer in den Ruecken fallen.

3.       Gemeinschaftliche Prozesse anstossen. Wir sollten viele „Basisgemeinden“ gruenden. Leute die beten, suchen und einfach vorwaerts gehen. Wir sind Kirche. Wir sind Gemeinde. Franziskus und seine Bischoefe brauchen Leute, die einfach einmal die zukuenftige Kirche ausprobieren und leben. Ohne gleich Priesterinnen zu weihen, koennen heute schon Frauen Kleingemeinden leiten. Solange nur Priester Eucharistie feiern duerfen, sollten einfach neue Gottesdienstformen ausprobiert werden. Die Pfarreien werden immer groessere Territorien umfassen. Aber darin wird Platz sein zum Ausprobieren von vielen neuen Gemeindetypen. Das sollten wir einfach tun. Papst Franziskus beginnt die Reform an der Spitze. Wir sollten uns an der Basis mehr zutrauen.



Caravelí, 7.5.19                Reinhold Nann



Fragen zum Weiterdenken:

Carlos Castillo der neue Erzbischof von Lima, hat bei seiner Bischofsweihe im Februar dieses Jahres allen Glaeubigen und Gruppierungen in Lima, ja sogar den Nichtglaubenden folgende Frage gestellt, die ich dann auch in meiner Praelatur gestellt habe und Ihnen allen stellen moechte:

1.       ¿Was fuehlen Sie in der Tiefe ihres Herzens, wie die Kirche sich aendern sollte?

Ich wuerde dem noch eine zweite Frage hinzufuegen:

2.       ¿Wozu sind Sie bereit, mitzutun an dieser Aenderung?

Treten wir in einen Dialog ein. Ihre Antwort (oder die ihrer Gruppe) koennen Sie schicken an: r.nann@web.de

viernes, 12 de abril de 2019

Heimaturlaub


Vom 15. Mai bis 10.Juni bin ich auf Heimaturlaub, allerdings auch auf Reisen mit meiner Mutter und Geschwistern.

So sieht mein oeffentliches Programm aus:

16.Mai 19 Uhr:  Maiandacht am Schoenstattheiligtum in Merzhausen/Freiburg

17. Mai Fahrt nach Drei-Aehren (Trois Epis) im Elsass.

19. Mai: 8.30 Sonntagsmesse in Achkarren

19.-20. Mai: Treffen mit meinem Weihekurs in Hemsbach/Heidelberg

1.-6.6. Besuche in Fulda, Hildesheim und Schoenstatt

7.6. 20 Uhr: Gemeindeabend in Breisach

9.6.  10.30  Messe im Breisacher Muenster

Weitere Besuche sind eher schwierig zu bewerkstelligen. Wenn mich jemand in Achkarren besuchen will, kann er das gerne am 18.Mai oder am letzten Wochenende vom 8.-9. Juni.

Meine Handy-Whatsapp ist 0051-969961661 und das Festnetz in Achkarren: 07662-6212.



Jetzt erstmal allen eine gute Karwoche.  

 

Caravelí, 12.4.19                                          Euer Bruder Bischof       Reinhold Nann


Als Kaiserstuehler ganz im Element: Jetzt ist Traubenernte in Caravelí.

miércoles, 20 de febrero de 2019

Sackgasse Pastoral 2030: Kehrt um und glaubt an das Evangelium!


Am Beginn der Fastenzeit wird den Glaeubigen Asche auf das Haupt gestreut und sie hoeren das Jesuswort: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium“. Als ich nun kurz vor der Fastenzeit im Konradsblatt von der Pastoral 2030 las, spuerte ich die Asche auf dem Haupt gluehen. Mir wurde klar: Wir brauchen eine radikale pastorale Umkehr! Weniger Struktur und mehr Evangelium!

Wir verwalten uns zu Tode

Die Zahlen sind erschreckend: Kirchenaustritte auf hohem Niveau, Gottesdienstbesucher immer weniger und die Zahl der Priester, denen man die Leitung einer Seelsogeeinheit oder Grosspfarrei uebertragen kann, wird im Jahr 2030 etwa bei 80 Priestern liegen.  Als ich 1987 zum Priester geweiht wurde,  gab es noch ca. 800 aktive Priester.

Da scheint eine weitere Verringerung der Pfarreien oder Seelsorgeeinheiten alternativlos zu sein. Waren es vor 30 Jahren noch 1000 Pfarreien, sind diese nun schon auf 220 Seelsorgeeinheiten geschrumpft. Und die sollen nun wiederum auf 40 Kirchengemeinden reduziert werden. Viele Pfarrer sind entsetzt ueber solche Monsterpfarreien, die eigentlich keiner mehr leiten will. Gemeinden fuerchten die Aufloesung ihrer Identitaet und das voellige Verschwinden von Heimat in der Kirche. Schrumpfen wir uns wirklich gesund oder laufen wir in die Sackgasse der voelligen Selbstaufloesung hinein? Denn wenn man mit der Logik des staendigen Schrumpfens weiter machen wuerde, waere doch das Ideal damit erreicht, dass die ganze Erzdioezese eine einzige Pfarrei wird, in der dann der Bischof den einzigen Sonntagsgottesdienst haelt, den man ueber Livestream uberall mitverfolgen kann. Wollen wir etwa 2050 da ankommen?

In meiner Zeit als Pfarrer in Freiburg (1997-2001) war ich erschrocken wie wenig ich wirklich Zeit fuer die Seelsorge direkt bei den Menschen hatte. Die Verwaltung nahm mich in Anspruch, trotz Verrechnungsstelle. Meine Zeitfresser waren: Viele Sitzungen, die vorbereitet werden mussten. Schreibtischarbeit mit Post von Firmen, Geschaeftstellen, Ordinariat und Seelsorgeamt. Gebauderenovationen und Instandhaltung, .... Und mit der Pastoral 2030 wuerde Pfarrei noch groesser. Du bekommst als Pfarrer eine eigene Verrechnungsstelle, aber Du musst der Letztverantwortliche bleiben. Das heisst, du wirst ein noch besserer und efizienterer Manager sein muessen. Einem wirklichen Seelsorger bleibt da nur noch der Ausstieg oder die innere Emigration. (Ich habs gut, ich bin ausgewandert). Und werden diese Aussichten mehr junge Leute fuer das Priesteramt anziehen?

Alternativlos?

Meiner Meinung nach ist die Pfarreienzusammenlegung nicht alternativlos. Es gibt Alternativen und ueber die muss nachgedacht werden. Der springende Punkt ist die Leitung einer Gemeinde, Pfarrei, Seelsorgeeinheit, Kirchengemeinde oder wie immer man das Kind nennen will. Solange die Seelsorgeraume immer von einem Pfarrer geleitet werden mussen, kommen wir am Schrumpfen nicht vorbei. Aber wir werden uns dann wahrscheinlich zu Tode schrumpfen. Wir brauchen daher dringend Alternativen. Und es gibt sie in der Weltkirche. Als noch „junger“ Bischof in Peru (seit eineinhalb Jahren) moechte ich ein paar Alternativen aus der Weltkirche nennen, die man naturlich nicht eins zu eins kopieren kann. Aber man koennte sie benutzen um Alternativen zur Schrumpfpastoral zu finden.

1.       Alternative Suedamerika: Laut Kirchenrecht kann bei grossem Priestermangel die Leitung einer Pfarrei einem Laien uebertragen werden. Das geschieht in Peru schon lange auf unterschiedliche Weise:

-          Pfarreien werden in einigen Faellen an Ordensschwestern oder Katecheten uebertragen, die dort als eine Art Pfarradministratoren taetig sind.

-          Teilgemeinden einer Grosspfarrei (meist Stadteile in Armenvierteln oder ganze Doerfer auf dem Land) werden dem dort ansaessigen Katecheten zur Verwaltung und Liturgie (Wortgottesdienste, Beerdigungsriten, manchmal auch Taufen) uebertragen. Der Pfarrer muss sich dann weder um Kirchenbau noch sonstige Dinge in dieser Teilgemeinde kuemmern). Das geschieht in meiner Praelatur im groessten Teil der Teilgemeinden ausser am Pfarrsitz. Der Pfarrer ist entlastet, kommt nur ein paarmal im Jahr zur Eucharistiefeier in diese Doerfer.



2.       Alternative Schweiz: Dort werden meines Wissens kaum Pfarreien zusammengelegt. Das liegt an der Kirchensteuer: Die geht naemlich direkt an die Pfarrei. Und je nach Kirchensteuereinnahmen kann sich die Pfarrei dann einen Pfarrer oder Gemeinderefernten leisten. Dadurch schrumpft die Verwaltungsarbeit sowohl im Ordinariat als auch in jeder Pfarrei betraechtlich.



3.       Alternative Poitiers/Frankreich Die bisherigen Gemeinden werden von Pastoralteams geleitet. Das sind Laien, die in diesen Gemeinden leben. Sie halten dort auch Wortgottesdienste am Sonntag und verwalten ihre Gebaude. Der Pfarrer feiert die Eucharistie am Hauptort hin und wieder in den uebrigen Gemeinden. Er gibt Impulse und spricht sich mit den Teams ab.



Ich finde es gut, das die Erzdioezese Freiburg wie andere Dioezesen auch, die Probleme ganz realistisch anschaut, den Leuten nichts vormachen will und sich nicht scheut, auch schwierige Dinge vorzuschlagen. Aber ist „Pastoral 2030“ wirklich die einzige Alternative? Mir scheint, die Pastoral 2030 muesste in Wirklichkeit Kirchenverwaltung 2030 heissen. Die eigentliche Seelsorge wird naemlich ganz ausgeblendet oder es wird erwartet, dass die dann in den neuen Strukturen irgendwie vom Himmel faellt. Mir scheint bei der Pastoral 2030 haben mehr Verwaltungsfachleute das Sagen gehabt als Pastoraltheologen. Mir scheint, wir brauchen dringend eine Umkehr zum Wesentlichen, zum Evangelium.

Pastorale Umkehr

Mir ist ein Wort von Papst Franziskus in  „Evangelii Gaudium“ wichtig geworden. Da wirbt er eindruecklich fuer eine „pastorale Umkehr“ (EG 25-33) in unseren Pfarreien. Kurioserweise wurde dieser Begriff in der deutschen Uebersetzung nur sehr abgeschwaecht mit „Neuausrichtung der Seelsorge“ wiedergegeben. (Papst Franziskus aber hat diesen Text weitgehend aus dem Dokument von Aparecida 365-372 uebernommen, wo es ohne Zweifel „Conversión pastoral“ heisst). Die Pastoral braucht eine radikale Erneuerung, kein „weiter so wie bisher“.  Zusammenlegung von Pfarreien ist zunaechst einmal eine strukturelle Antwort auf den Priestermangel. Nach Evangelii Gaudium 26 koennen die neuen Strukturen „nuetzlich sein, wenn ein Leben da ist, das sie beseelt, sie unterstuetzt und sie beurteilt. Ohne neues Leben und echten, vom Evangelium inspirierten Geist ... wird jegliche neue Struktur in kurzer Zeit verderben“. Ist das nicht genau fuer die Pastoral 2030 gesagt?

Fuer mich heisst Pastorale Umkehr hinhoeren, was Gott uns in dieser Krisensituation sagen will und darauf eine neue, kreative Antwort geben. Ich moechte einfach einmal etwas fuer die Zukunft traeumen, wie die Seelsorge 2030 aussehen koennte. Vielleicht koennte die Verwaltung 2030 ja weitgehend so aussehen, wie sie in dem Papier angedacht ist.

Ein Traum fuer die Erzdioezese Freiburg

Ich traume von Pfarreien die geistlich geleitet werden von einem Priester, der fuer das Volk die Sakramente feiert, und mit seinem Pastoralteam aus hauptamptlichen pastoralen Mitarbeitern die Ehrenamtlichen in der Pastoral begleitet und inspiriert. In jeder dieser Pfarreien gibt es viele territoriale Gemeinden, die sich um eine der Kirchen herum bilden. Daneben gibt es auch personale Gemeinden, die unabahaengig von kirchlichen Gebaeuden sich treffen und Dienste leisten. Alle diese Gemeinden werden von Gemeindeteams geleitet, die sowohl fuer die Finanzen, Katechese und Diakoníe in ihrem Bereich als auch fuer ihre nichtsakramentale Liturgie  verantwortlich sind. Diese Gemeindeteams konnten von einem Diakon oder einem auch Frauen offenstehenden neuen Amt in der Kirche geleitet werden. So eine Gemeinde koennte ihr Existenzrecht durch eine Mindestzahl an festen (evt. zahlenden) Mitgliedern erwerben. Alle ihre Dienste und Aemter sind ehrenamtlich, es sei denn, sie koennen welche aus ihren eigenen Einnahmen finanzieren. Die Pfarrei hat hingegen ausserdem ein Verwaltungsteam (Verrechnungsstelle), deren Leiter der Letztverantwortliche fuer alle Verwaltung ist. Dabei stehen der Verwaltung nur 50% aller Personalstellen und 50% der Finanzen zur Verfuegung, der Rest steht fuer pastorale Aufgaben bzw. Personal zur Verfuegung. Das gilt auch fuer die Dioezesanleitung. Vielleicht koennte man so den Einfluss der Verwaltung auf die Pastoral in Grenzen halten. Das Hauptaugenmerk der Pastoral sollte auf der Entstehung und Begleitung von solchen Klein-Gemeinden liegen. Alles was diese (kleinen) Gemeinden selbst tun koennen, sollen sie auch tun duerfen. Die Pfarrei als eine Art subsidiaere Struktur bietet dann zentral alle Dienste an, die diese kleinen Gemeinden nicht selbst leisten koennen. Wenn eine Pfarrei nicht eine Mindestzahl an lebendigen Kleingemeinden aufweisen kann, verliert sie ihr Lebensrecht. Die Kirche wird in diesen Kleingemeinden leben, oder sie wird nicht leben.

Wie gesagt, dieses Kapitel ist nur ein Traum. Aber wenn viele gemeinsamen traeumen, so ist das der Beginn einer neuen Wirklichkeit. Sagte schon Helder Camara.

Ich wuensche den Verantwortlichen und allen Glaubigen der Erzdioezese Freiburg den Beistand des Heiligen Geistes, damit sie zu einer guten Unterscheidung gelangen, die Leben weckt. .



Caravelí/Perú,  Februar 2019                     Reinhold Nann

jueves, 25 de octubre de 2018

Rundbrief 30 im Oktober 2018



Rundbrief 30 von Reinhold Nann aus Peru                                                                                        23.10.11



Liebe Freunde in Deutschland.



Oktober ist in Peru der Monat des Señor de los Milagros, des Herrn der Wunder, und in der Politik sind tatsaechlich viele Wunder geschehen in diesen Tagen:

-          Die Begnadigung von Alberto Fujimori, dem frueheren Praesidenten  wurde vom amerikanischen Menschenrechtsgericht beanstandet und vor wenigen Tagen vom obersten peruanischen Gericht aufgehoben

-          Keiko Fujimori, seine Tochter und Fuehrerin der Fujimoripartei, die im Parlament die Mehrheit hat, kam fuer ein paar Tage in Untersuchungshaft wegen einer  Parteispendenaffaere. Ihr steht das Wasser bis zum Hals. 

-          Der oberste Richter Perus ist am 7.Oktober ilegal nach Spanien ausgereist. Er wurde dort bereits festgenommen und wird wohl wegen Korruption verurteilt werden, die durch das Abhoeren seines Telefons bekannt wurde.

-          Das Parlament hat auf Druck des Praesidenten gegen den Willen der Mehrheit der Fujimoripartei nun doch ein Referendum gebilligt, das in der Bevoelkerung auf grosse Zustimmung stoesst.

-          Mit dem Referendum hat der Praesident Reformen und den Kampf gegen die Korruption auf seine Fahnen geschrieben. Er hat keine Mehrheit im Parlament, aber seine Zustimmung in der Bevoelkerung ist erheblich gewachsen.



Durch die politische und wirtschaftliche Krise in Venezuela sind Millionen auf der Flucht. Es gibt dort z.B. kein Insulin und eine grosse Lebensmittelknappheit. Mit 450.000 Venezolanern wurde das bisherige Auswanderungsland Peru nun ploetzlich zum Einwanderungsland. Trotz einiger neuer fremdenfeindlicher Toene ist das Klima aber stark von Solidaritaet gepraegt. Der Staat gibt zwar keine Sozialhilfe, ermoeglicht aber Aufnahme und Arbeitsfindung.



Die Kirche Perus hatte im Januar den Besuch von Papst Franziskus. Die Bevoelkerung hat massiv darán teilgenommen (ca 1 Million Teilnehmer an den Messen in Trujillo und Lima) und eine sehr schoene Begegnung mit den Indigenen im Regenwald. Ich konnte an allen Veranstaltungen teilnehmen, der Papst hat die Herzen der Peruaner gewonnen.



Es gibt in meiner Praelatur bisher keine Anzeige wegen sexuellem Missbrauch, ich bin wohl der erste Bischof hier, der ein Telefon dafuer eingerichtet hat und vorbeugende Massnahmen in den Pfarreien durchfuehrt. Im Nachbarland Chile geht es drunter und drueber.



Im April hatte ich eine sehr gute Pastoralversammlung der Priester und Ordensschwestern der Praelatur. Wir haben 2 Schwerpunkte gewaehlt: Caritas und Katecheten. Wir wollen die Katecheten besser begleiten und neue ausbilden. Jede Pfarrei wird eine oertliche Caritas mit ehrenamtlichen Mitarbeitern aufbauen. Die Priester haben einen Solidaritaetsfond gegruendet: Die 6 Pfarreien mit den meisten Einnahmen zahlen in den Fonds monatlich zwischen 50 und 100 Euro ein. Die 4 aermsten Pfarreien erhalten davon ca. 150E im Monat. Das finde ich sehr wichtig. Wir koennen nicht von Solidaritaet reden, wenn wir sie selber nicht praktizieren.



Im Januar gab es ein mittleres Erdbeben mit Epizentrum in unserer Praelatur. Caritas Peru konnte Soforthilfe leisten und mit einem Projekt der italienischen Bischofskonferenz von 50.000 Euro konnte die Praelatur 20 Not-Fertighaueser mit einigen Einrichtungsgegenstaenden an mehreren Orten aufstellen. Ausserdem wurden 5 Kirchen ausgebessert, die vom Erdbeben betroffen waren.



Von Mai bis September war ich zu offiziellen Pastoralbesuchen in allen Pfarreien.  So konnte ich mir einen guten Ueberblick verschaffen und groessere Naehe zu den Seelsorgern und den Leuten aufbauen. Und jetzt im Oktober beginnen schon wieder die Firmreisen.



Im August habe ich in Puquio vier Wochen lang mit einem Privatlehrer Quechua zu lernen versucht. Ich verstehe jetzt doch einiges, aber zum Sprechen reichts noch nicht. In Quechua sagt man nicht Herr oder Frau soundso. Alle aelteren Leute sind Mutter oder Vater und alle juengeren werden Kind genannt. Deswegen ist das Wort fuer Familie und Dorf identisch. Eine sehr familiaere Denkweise der Inkas kommt da zum Ausdruck.

Im August kam auch Sophia an, die erste Freiwillige aus der Erzdioezese Freiburg in Caravelí.



Im September wurde der Seligsprechungsprozess des ersten Bischofs von Caravelí offiziell eroeffnet: Friedrich Kaiser (1903-1993) aus Duelmen bei Muenster. Ich konnte ein Faltblatt und Comic herausgeben. Er ist der Gruender der Caravelí-Seelsorgeschwestern und ein Ansporn zum Apostolat und zur Heiligkeit.



Was habe ich mit dem gespendeten Geld anfangen koennen:



-          Die Priester waren alle mit ihrer freiwilligen Rentenversicherung 2 Jahre lang im Rueckstand.: ca. 2000E und ausserdem konnte ich einigen konkret in Krankheiten oder Notfaellen helfen.

-          Die Schwestern von Puquio haben eine Art Behindertenheim fuer ca. 15 Kinder. Sie sind am umbauen. Ich konnte ihnen ca. 10.000E zukommen Lassen.

-          Das Auto der Pfarrei in Chala hatte einen Motorschaden. 3000E. Das Auto der Schwestern von Lampa ist mit Fahrer und zwei Insassen den Hang hintergestuerzt. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt. Aber das Auto hatte einen Totalschaden: 5000E.

-          Die Kirche der “Jungfrau zum guten Geleit” in Caravelí ist seit Jahren im Bau, nach dem Erdbeben von 2011. Ich habe eine Tuer gespendet: 2000E.

-          In der Pfarrschule von Caraveli wurde ein Computerraum eingerichtet und die Aussenmauer der Altenspeisung in Caravelí konnte nach dem Erdbeben neu aufgebaut werden: 7000E aus Herbern.

-          Die Pfarrcaritas funktioniert bereits in 9 Pfarreien. Jede bekommt von mir, bzw. von den Spendengeldern 1300E im Jahr. Damit werden ueberwiegend Projekte fuer Senioren gemacht. In den meisten Orten wandern die jungen Menschen ab. Die Alten bleiben, und wenn sie von den Jungen nicht unterstuetzt werden, sind sie die Aermsten der Armen. Der Grossteil der Spendengelder wird also in Zukunft in diese Pfarrcaritasprojekte fliessen.



Ganz herzliche Gruesse und Gottes Segen aus Caravelí    vom Bruder Bischof Reinhold Nann




Spenden koennen auf das normale Adveniatkonto eingezahlt werden mit dem Vermerk: Praelatur Caraveli             

domingo, 20 de mayo de 2018

Pastorale Schwerpunkte und ein Gluecksfall


Im Maerz waren Priesterexerzitien der Praelatur mit dem Leiter des Paepstlichen Missionswerkes. Dabei waren auch ein Priester und 2 Priesteramtskandidaten, die gerne hier arbeiten bzw. geweiht werden moechten.

Die Karwoche Ende Maerz habe ich hier in Caravelí verbracht.

Im April war die Pastoralversammlung. Da kommen alle Priester und Ordensschwestern 5 Tage lang zusammen um sich ueber die Seelsorge des vergangenen Jahres auszutauschen. Ich gab einige Impulse fuer dieses Jahr und dann versuchten wir uns einig zu werden, was Gott von uns will in diesem Jahr. Ich nenne mal das wichtigste:

Die Visión der Praelatur ist:      Wir sind eine einfache, barmherzige, einge Praelatur die nahe bei den Menschen ist. Wir haben viele, gut ausgebildete und missionarische Laienkatecheten.

Das Jahresmotto 2018 lautet: Geeint in der Naechstenliebe fuer die Mission

Schwerpunkte der Pastoral 2014 sind:

-          Pastoralbesuche des Bischofs in jeder Pfarrei (drei Tage) in der ersten Jahreshaelfte.

-          Gruendung von Caritas Caravelí und Pfarreicaritas. Jede Pfarrei wird aus Spendengeldern ein kleines Sozialproyekt jaehrlich durchfuehren.

-          Gruendung von 4 Dekanaten, um eine bessere Zusammenarbeit der Hauptamtlichen zu ermoeglichen.

-          Erarbeitung eines Ausbildungsprogramms fuer Landkatecheten, Kommunionhelfer (=Wortgottesdienstleiter) und staendige Diakone.

-          Erarbeitung von eigenen Materialien fuer die Katechese.

Im Mai habe ich bereits 5 Pfarreien visitiert. Das ist eine gute Moeglichkeit fuer mich, die Realitaet der Praelatur besser kennenzulernen und die Pastoral und Verwaltung vor Ort zu bestaerken.

Pfingsten habe ich in Caravelí gefeiert. An diesem Tag hat der Heilige Geist kraeftig geweht: Es wurde veroeffentlicht, dass Pedro Barreto SJ, der Bischof von Huancayo, zum Kardinal von Peru ernannt wird. Pedro Barreto ist ein Umweltaktivist und Mitglied des Vorstands der Amazonassynode. Er war mehrere Jahre Vorsitzender des Nationalrats der Partnerschaft Freiburg-Peru. Peru hatte bisher immer nur einen Kardinal, den jeweiligen Erzbischof von Lima. Damit wird die Anden- und Amazonasregion aufgewertet. Die Macht von Cipriani als bisher “dem” Kardinal von Peru wird geschmaelert und anderen aufstiegsversessenen Bischoefen erstmal das Wasser abgegraben.