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viernes, 12 de agosto de 2022

 Missbrauch und Fidei Donum Missionare – ein Schatten trübt das Licht

Den aktuellen Presseberichten zufolge, war Fidei Donum eine Art Verschiebebahnhof, über den Priester, die in Deutschland wegen Kindesmissbrauch aufgefallen waren, einfach in Suedamerika versteckt werden konnten. Dies ist tatsaechlich in 3 Faellen geschehen, wie eine am Montag veröffentlichte Dokumentation nachweist, die auf www.adveniat.de jedermann zugänglich ist. Ich habe die Studie gelesen und möchte als Fidei Donum Priester (seit 1991) zu der Diskussion Stellung nehmen:

Ich leugne nicht und bin zutiefst beschämt, dass es auch unter Fidei-Donum-Missionaren Missbrauchstäter gab und gibt. Besonder betroffen macht es mich, dass auch der von mir zuvor bewunderte Bischof Emil Stehle sehr dunkle Seiten sowohl als Täter als auch als Vertuscher hatte. Und natürlich ist jeder einzelne Fall ein Fall zuviel, weil er tragisches Leid bei den Opfern hinterließ. Die Opfer haben ein Recht auf Entschädigung.

Ich bin der Presse auch dankbar, dass Sie solche Fälle an die Öffentlichkeit bringt, nur so kann tragisches Versagen in Zukunft vermindert und hoffentlich verhindert werden. Aber mir scheint, da wird durch Vermutungen ein ungerechter Generalverdacht hergestellt, als wären alle Fidei Donum Priester oder doch zumindest ein großer Teil, Missbrauchstäter gewesen.

Ich lade alle Interessierten ein, obige Studie genau zu lesen, und sich nicht von vorschnellen Vermutungen, die von der Studie so nicht gedeckt werden, leiten zu lassen.

Fidei Donum ist eine Koordinationsstelle, sie hat keinerlei rechtliche Verantwortung für die Priester, die mit einem Fidei Donum Vertrag nach Südamerika ausgereist sind. Der Verantwortliche für den Fidei Donum Priester ist der Entsendebischof in Deutschland, der seinen Priester sozusagen an einen Bischof in Südamerika ausleiht. Sollte der Priester vorher in Deutschland strafbar geworden sein, so hat der deutsche Bischof die Aufsichtspflicht, sollte er in Südamerika strafbar geworden sein, faellt das unter die Aufsichtspflicht des südamerikanischen Bischofs.

Fidei Donum hat sofort auf erste Vorwürfe gegen Priester aus ihren Reihen reagiert und eine umfassende und unabhaengige Studie in Auftrag gegeben und diese nun zügig veröffentlicht.

Fidei Donum Missionare werden auf eigenen Wunsch ausgesandt. Die Bischöfe „entledigen“ sich daher nicht unliebiger Priester, aber straffällig gewordene Priester können unter Umständen auf diese Weise aus Deutschland geflüchtet sein. Das dürfte heute unmöglich sein, da die Diözesen in Deutschland auch für Fidei Donum Priester oder Laien inzwischen polizeiliche Führungszeugnisse verlangen.

Nach Durchsicht der Akten ist dies aber in der Vergangenheit in 3 Fällen geschehen, unter aktiver Mithilfe von Emil Stehle. Von insgesamt 400 Fidei Donum Priestern waren das 3, also 0,75%. Es war zwar kein Einzelfall aber eben auch nur ein verschwindend geringer Prozentsatz.

Es sind allerdings außer den 3 Fällen insgesamt 19 verdächtige Fälle in den Akten aufgetaucht, wo es zumindest Hinweise gibt, dass da etwas mit Missbrauch stattgefunden hat oder stattgefunden haben könnte. Manchmal beziehen sich diese Hinweise erst auf die Zeit in Südamerika, manchmal ist nicht klar, ob es sich bei den Opfern um Minderjährige handelt. Auch da gilt: 19 von 400 waeren 4,7%, eine ganz ähnliche Zahl, wie es die MMG Studie für Priester in Deutschland feststellt. Das heisst also Fidei Donum Priester sind genau in der gleichen Anzahl zu Missbrauchstätern geworden, wie die uebrigen Priester in Deutschland auch. Nicht mehr und nicht weniger. Fidei Donum Priester sind nicht der Abschaum der Priester in Deutschland, der dann nach Südamerika abgeschifft wurde. Sie sind genauso gut und genauso schlecht wie andere Priester auch.

Fidei Donum hat vor kurzem sein 50-jähriges Bestehen gefeiert. Trotz der erwähnten Schattenseiten gilt: Die südamerikanische Kirche ist der deutschen Kirche zutiefst dankbar für den großartigen Einsatz der ganz überwiegenden Zahl der Fidei Donum Missionare. Fidei Donum Priester gingen oft an die Ränder, in die ärmsten Pfarreien der Elendsviertel, der Anden und des Amazonasgebietes, wo oft kein einheimischer Priester hingehen konnte. Oft haben sie dort die Grundlagen für Seelsorge und ein menschenwürdigeres Leben gelegt.  Leider konnten durch den Priestermangel in Deutschland in den letzten Jahren kaum noch Priester entsandt werden, dafür haben aber immer wieder auch einige Laienmissionare einen Fidei Donum Vertrag erhalten. Fidei Donum geht also weiter, muss aus seinen Fehlern lernen, genauso wie der Rest der deutschen und internationalen Kirche. Der Schatten des Missbrauchs trübt auch das Licht von Fidei Donum, löscht es aber nicht aus.

Perú, 11.08.22                               Reinhold Nann, Bischof in Caravelí, Perú, Heimatdioezese Freiburg

jueves, 27 de agosto de 2020

Der Virus der Solidaritaet laesst uns auferstehen

 


Teile Perus sind seit ueber 5 Monaten in Quaraentaene. Dies hat dem maroden oeffentlichen Gesundheitssystem Zeit gegeben, die Zahl der Betten der Intensivastationen zu verzehnfachen. Dennoch reicht es nicht. Es fehlt an Betten, an medizinischem Sauerstoff, an Personal. Die Ansteckungszahlen und die Todesfaelle sind in die Hoehe geschnellt. Die Armen, die schon bisher keinen festen Arbeitsplatz hatten, haben keine Wahl: entweder bleiben sie zu Hause und verhungern, oder sie gehen auf der Strasse arbeiten und stecken sich an. Der Staat war unfaehig, diesen fast 70% der Bevoelkerung eine Grundversorgung zukommen zu lassen. Und die offizielle Wirtschaft ist ebenso kollabiert.

Caritas Peru ist zu einem Hoffnungstraeger geworden. Ohne Unterstuetzung der Regierung hat sie durch lokale und internationale Spenden schnell viele Projekte ueber die einzelnen Pfarreicaritasgruppen abwickeln koennen. Es entstanden wieder selbstorganisierte Suppenkuechen, Lebensmittelpakete werden verteilt, und kleine und grosse Sauerstoffgeraete wurden landesweit angeschafft. In meiner eher laendlichen Praelatur konnten bisher 3000 Familien mit Lebensmitteln  ueber Caritas unterstuetzt werden, und 5 staatliche Gesundheitsposten erhalten ein Sauerstoffgeraet. Im Moment startet die Bischofskonferenz gerade das Programm “Auferstehung – Perú – Jetzt”.

Herzlichen Dank allen Spendern.

Caravelí, 27.08.20            Reinhold Nann, Bischof von Caravelí/Perú

viernes, 7 de agosto de 2020

Zwischenbericht von Caritas Caravelí vom 31.07.20

 

Herzlichen Dank an alle Spender. Eure rasche und grosszuegige Reaktion auf meinen letzten Rundbrief hat Hungrige gespeist und Hoffnung geweckt.

Caritas Caravelí informiert:

Bis 31 Juli 2020 hat Caritas Caraveli 19 seiner 22 Pfarreien unterstuetzt. Die 19 Pfarreicaritasgruppen haben folgendes geleistet:

2989 Familien haben Lebensmittelpakete im Wert von ca. 50.000 Euro erhalten.

1660 Familien haben Schutz-Kits erhalten (Masken und Desinfektionsmittel). Hunderte von Gesichtsmasken wurden von Ordensschwestern nach Anweisung selbst genaeht.

Die Hilfe war moeglich dank 242 Einzelspenden aus Deutschland, von Caritas Perú und 2 lokaler Unternehmen. Eure Solidaritaet laesst Menschen leben. Danke.

Unsere Hilfe geht weiter mindestens bis zum Dezember. Wir werden ab sofort auch mit medizinischem Sauerstoff helfen.

sábado, 14 de marzo de 2020

Endlich: Der Impfstoff fuer den Virus ist da


Der Coronavirus haelt uns weltweit alle auf Trab. Da er neu ist, hat ihn niemand im Griff. Die Panik ist allerdings speziell bei der Mittel- und Oberschicht zu spueren. Die Armen sterben sowieso auch an allen moeglichen Krankheiten und weit haeufiger als an diesem Virus. Fuer Hamsterkaeufe haben die Armen kein Geld. Dadurch nehmen sie das Ganze weitaus gelassener, sie wissen ohnehin, dass man sein Leben nicht vollkommen „im Griff haben“ kann.

Fuer mich offenbart sich in unserer Reaktion auf den Virus eine seelische Krankheit, ein Virus der schon lange das Denken mindestens der Intellektuellen aller Laender infiziert hat: das Machbarkeitsdenken, der Glaube sein eigener Gott zu sein, der blinde Glaube an Wissenschaft und Fortschritt. Pater Josef Kentenich der Gruender der Schoenstattbewegung hat es das „mechanistische Denken“ genannt, ein Denken das ganz im Materiellen bleibt und das Spirituelle ins Private verbannt. Dagegen setzt er das „organische Denken“, modern ausgedrueckt: „alles ist miteinander vernetzt“. Das mechanistische Denken vergleicht er just mit einem „Virus“, der bereits ganz Westeuropa infiziert hat und sich von dort ueberall ausbreitet. Das sagte er vor ca. 80 Jahren, damals gab es noch keinen globalen Virenalarm.

Meine These: Wir waren schon laengst geistig und seelisch infiziert mit dem Virus des „mechanistischen Denkens“.  Deshalb ist unsere postmoderne Gesellschaft so anfaellig fuer Krisen aller Art, zur Zeit gerade der Coronavirus. Unsere ueberreizten Reaktionen legen diesen geistigen Virus offen, der interessanterweise bei vormodernen Bevoelkerungen wie z.B. in den Anden und am Amazonas so nicht festzustellen ist. Da gibt es eine gewisse Imunitaet. Wollen wir als Gesellschaft uns von dieser geistig-seelischen Epidemie schuetzen, muessen wir im Kontakt mit der imunen Bevoelkerung einen Impfstoff entwickeln und zwar dringend.

Pater Kentenich empfahl als Impfstoff die Marienverehrung. Sie hilft uns mit Gott in Verbindung zu treten und dennoch ganz geerdet zu bleiben. Tatsaechlich ist diese bodenstaendige Marienverehrung in der Volksreligiositaet der Armen Lateinamerikas gut festzumachen. Was waere darin der Impfstoff: Die Kindlichkeit. Ein Kind Mariens geht niemals zugrunde. Ein Kind Gottes vertraut auf Gott in den schwierigsten Situationen. Niemals wird es Hamsterkaeufe machen. Niemals wird es in Panik ausbrechen. Es kennt keine Depressionen. Es ist imun. Der ganzen westlichen Welt wuerde ich so gerne eine Dosis Kindlichkeit einimpfen, in wenigen Wochen waeren wir alle geheilt.

Ich will damit keiner Verantwortungslosigkeit das Wort reden. Wir sollten alles tun, was wir tun koennen, um den Coronavirus einzudaemmen. Auch hier gilt: Bete so, als hienge alles von Gott ab. Aber handle so, als hienge alles von Dir ab. Oder wie wir in Schoenstatt sagen: „Nichts ohne Dich (Gott) – Nichts ohne Uns“. Das gibt Gelassenheit und Entschlossenheit zur gleichen Zeit. Und in diesem Gleichgewicht bleiben wir seelisch und koerperlich gesund.

viernes, 14 de febrero de 2020

Die Traeume des Franziskus fuer Amazonien


Im nachsynodalen Schreiben „Geliebtes Amazonien“ beschreibt Franziskus den Glanz, das Drama und das Geheimnis des amazonischen Regenwaldes. Bei aller Nuechternheit behaelt er dennoch die Hoffnung und entwickelt 4 Traeume:

1.       Den sozialen Traum: Die Kirche und die Welt stellen sich auf die Seite der Armen und der Ureinwohner.

2.       Den kulturellen Traum: Die Kulturen der indigenen Bevoelkerung werden gehoert, wertgeschaetzt und geschuetzt. Ihre Symbole werden nicht als primitiv, Aberglaube oder Goetzenkult abgewertet.

3.       Den oekologischen Traum: Die Welt hoert den Schrei der Umwelt. Wir vereinfachen unseren Lebensstil damit die Wirtschaft nachhaltig wird, das bedrohte Oekosystem Amazonas und das gemeinsame Haus geschuetzt wird.

4.       Den kirchlichen Traum: Am Amazonas entsteht eine Kirche mit indigenem Gesicht, inkulturiert und mit neuen Leitungsaemtern fuer Laien, insbesondere Frauen. Es gibt wesentlich mehr verheiratete Diakone am Ort und andere Ortskirchen entsenden Missionare.

Fuer die Indigenen ist das eine traumhaft frohe Botschaft.

Fuer die Kirche im Amazonasgebiet ist dies eine Bestaetigung und Herausforderung zugleich.

Fuer einige habgierige Konzerne und Politiker ist das ein boeser Traum.

Fuer die konservativen kirchlichen Kreise haben sich ihre Albtraeume in Luft aufgeloest. Wenn sie allerdings das Dokument genauer lesen, wird ihnen so manches im Hals stecken bleiben.

Fuer die progressiven Kreise sind Traueme zerplatzt, weil Franziskus auf die letzten beiden Vorschlaege der Synode nicht eingegangen ist: die Weihe von Frauen zu Diakoninnen und die Zulassung von verheirateten Diakonen zum Priesteramt. Ich deute allerdings die Nichterwaehnung dieser Vorschlaege keinesfalls als ein endgueltiges Nein. Franziskus sieht vielmehr die Zeit dafuer noch nicht gekommen. Darueber kann man unterschiedlicher Meinung sein. In Suedamerika und speziell am Amazonas hatten diese Fragen nicht die erste Prioritaet. Und die uebersteigerten Erwartungen von aussen haben die ganz eigene Welt vom Amazonas noch viel zu wenig verstanden. Weltkirche bedeutet gerade auch das Wahrnehmen und Wertschaetzen von Unterschieden, das entspricht dem kulturellen Traum von Franziskus. Hier in Peru werden in den naechsten Jahren deutlich mehr verheiratete Maenner zu Diakonen ausgebildet werden. Und nichts in dem Text spricht dagegen, dass bei anhaltendem Priestermangel ein Papst einem Bischof dann als Ausnahmefall gestattet, einige dieser Diakone zu Priestern zu weihen. Auch fuer Frauen wird man kreativ neue Aemter schaffen muessen, so dass diese nicht mit der Weihe aber mit bischoeflicher Beauftragung Gemeinden leiten, taufen, und Liturgien vorstehen. Diese Liturgien muessen noch viel mehr inkulturiert werden.

In Peru kann ich kaum Enttaeuschung an dem Dokument wahrnehmen, aber Peru liegt ja auch etwas naeher am Amazonas als Deutschland. Ich kann nur jedem raten: Lies das Dokument gruendlich und picke Dir nicht nur einzelne Saetze heraus. Da steckt eine enorme Kraft drin.

miércoles, 14 de agosto de 2019

Interview zur Amazonassynode


1) Herr Bischof Nann, die Amazonas-Synode weckt im Vorfeld in vielen

Ländern Hoffnungen und Befürchtungen. Wie sehen Sie das?



Ich denke dass es in Europa viele ueberzogene Erwartungen und Befuerchtungen gibt. Die Amazonassynode ist kein allgemeines Konzil. Sie wird die Kirche nur besser fuer die Realitaet des Amazonasgebiets aufstellen. Europa muesste fuer seine Kirchenreform schon eine eigene europaische Synode machen. Sie ist und bleibt eine lokale Synode, allerdings was das Klima und den Umweltschutz betrifft, wird die Synode universal sein. Fuer mich als Bischof in Peru ist die Synode eine grosse Hoffnung: Die Kirche wird wirklich zur Ortskirche und kuemmert sich ganz konkret und direkt um die Menschen und die Umwelt, mit all ihren Problemen und das mit direktem Rueckenwind von Papst Franziskus.



2) Teilen Sie die Skepsis, die mehrere Kardinäle mit Blick auf das

Instrumentum laboris geäußert haben? Sehen Sie Korrekturbedarf?



Es ist schon eigenartig, dass diese Kardinaele alle keinerlei Bezug zum Amazonasgebiet haben. Und sie scheinen an spirituellem Alzheimer zu leiden. Das Instrumentum Laboris ist naemlich zum allergroessten Teil die Anwendung der Enzyklica Laudato Si auf ein konkretes Gebiet hin. Und diese Enzyklica ist schliesslich auch Teil des obersten kirchlichen Lehramts, wodurch manche dieser Kritiker unter Haeresieverdacht zu stellen waeren.



3) Trifft das Instrumentum laboris die Probleme der Menschen in Ihrer

Region?

Ja. Ich arbeite im Moment in den Anden, also nicht mehr im Amazonasgebiet. Aber die Quelle des Amazonas liegt in den Anden, keine 300km von meinem Bischofssitz entfernt. Und die Kultur der Andenbewohner ist in vielem denen der Amazonasbewohner aehnlich. Auch hier sind die Menschen arm aber sehr mit der Natur verbunden. Auch hier ist diese Natur von Minen bedroht. Auch hier herrscht ein eklatanter Priestermangel.



4) Welche Bedürfnisse und Nöte der Menschen im Amazonas sollte die Kirche

sorgfältiger in den Blick nehmen?



Kirche muss praesenter vor Ort werden. Es kann nicht sein, dass ein Dorfbewohner tagelang unterwegs sein muss um einen pastoralen Mitarbeiter der katholischen Kirche zu treffen.

Kirche darf sich nicht nur ueber die Sakramente definieren. Armut, Exklusión und Umwelt sind die Themen. Geht es um die “kleinen Leute”, so wie bei Jesus?



5) Was hat Ihnen während Ihrer Zeit als Pfarrer einer Amazonasgemeinde am

dringendsten gefehlt? Wären mehr viri probati eine Hilfe gewesen?



Meine Pfarrei hatte 37 Doerfer am Putumayofluss umfasst, auf 800km Laenge. In nur 3 Doerfern gab es ueberhaupt Katecheten und das weiteste Dorf war 4 Tagesreisen entfernt. Da kann man nur Feuerwehr machen. Ich haette zunaechst Geld und Personal gebraucht fuer die Schulung und Neugewinnung von Katecheten. Spaeter haette ich sie zu Kommunionhelfern und staendigen Diakonen gemacht. In meiner Pfarrei waren die Viri Probati noch nicht dran.  In manchen anderen Gegenden vielleicht schon. Es muessten Leute aus dem Dorf sein, Indigene, die auf ihren Dienst erst vorbereitet werden muessten.



6) Wünschen Sie sich für Ihre Territorialprälatur  eines Verstärkung des

Klerus als Lösung?



Ich habe einen jungen Klerus, der aber bei weitem nicht ausreicht. Meine Praelatur ist duenn besiedelt mit ueberwiegend armen Kleinbauern. Von 22 Pfarreien sind nur 15 besetzt und jede hat zwischen 10-50 Doerfer zu betreuen. Wenn ich mehr Priester haette, koennten sie von den mageren Einnahmen dieser Doerfer kaum leben. Ich brauechte also nebenamtliche Priester, die noch einen Zivilberuf haben. Die gibts aber nur verheiratet, bzw. zusammenlebend. Ich braeuchte also Viri Probati, Will es zunaechst einmal als Notloesung mit Katecheten und verheirateten Diakonen probieren. Allerdings gibt es auch da ein Problem: Es gibt nur wenige kirchlich verheiratete Laien.



7) Welche Maßnahmen könnten die Seelsorger im Amazonas entlasten und die

Seelsorge in Gemeinden verbessern, in denen sonntags oft keine Eucharistie

gefeiert werden kann?



Im Amazonas ist Eucharistie im Unterschied zum Andengebiet nicht wirklich von den Bewohnern gefragt. Ein Wortgottesdienst ist fuer die meisten genauso eine Messe. Nur wir Theologen meinen, die Eucharistie waere halt das Wichtigste. Zunaechst koennten gut ausgebildete Katecheten sehr gut den Priester ersetzen. Aber diese Katecheten sollten auch eine Art Amt haben, das ihren Dienst in den Augen der Mitbewohner legitimiert.



8) Welche Erfahrungen haben Sie mir der so genannten "indigenen Theologie"

gemacht? Welches Gewicht kommt ihr zu?



Das ist eine grosse Hoffnung fuer mich. Wer mit Indigenen arbeitet muss eine indigene Theologie vertreten und eine indigene Kirche aufbauen, sonst wird Kirche fuer die indigenen Voelker immer ein Fremdkoerper sein. Inkulturación  bzw. Interkulturalitaet ist die entscheidende Herausforderung fuer die Kirche heute. Bisher wurde die Inkulturation des Evangeliums und damit eine effektive Evangelisierung durch den Verweis auf die “Weltkirche” auch hier in Peru immer verhindert. Daher ist diese Theologie auch in Peru noch nicht mehrheitlich angenommen, aber sie ist im Kommen.



9) Ein deutscher Bischof erwartet sich von der Amazonas-Synode eine Zäsur

für die Kirche. So stehe die hierarchische Struktur der Kirche genauso auf

dem Prüfstand wie ihre Sexualmoral und das Priesterbild. Auch die Rolle der

Frau in der Kirche müsse überdacht werden. Wie denken die Gläubigen in

Ihrer Territorialprälatur? Was erwarten sie von der Synode?



Natuerlich sind diese Fragen irgendwie mit drin in der Amazonassynode, aber sie treffen nicht den Kern. Die Kirche war am Amazonas bisher schlicht unfaehig, ihre hierarchische Struktur praesent zu machen, ganz geschweige  ihre Sexualmoral. Die Leute leben ihre Moral nicht die kirchliche, was vor allem mit der ganz grossen Abwesenheit der Kirche in ihrem Leben zu tun hat.  Aber das ist kein grosses Thema bei uns . Hier geht es vor allem um Umwelt und Inkulturation. Die Rolle der Frau ist allerdings auch hier in Thema. Es wird ueber ein neues Amt fuer Frauen nachgedacht, eine Art “Gynakolytat”, das dem Diakon zumindest gleichgestellt waere. Wir erwarten eine Kirche, die sich den Armen ganz konkret annaehert, sie beleitet und bestaerkt und fuer die Mutter Erde prohetisch eintritt.

martes, 7 de mayo de 2019

Kirchen-Manifest: Ein deutsch-peruanischer Bischof macht sich so seine Gedanken zur Kirche:



Kirchen-Manifest: Ein deutsch-peruanischer Bischof macht sich so seine Gedanken zur Kirche:

¿Was passiert gerade in der katholischen Kirche?

1.       Wir werden weniger: Massiver Mitgliederschwund in Deutschland. Massiver Rueckgang der Gottesdienstbesucher und massiver Rueckgang der Zahl der Priester.

2.       Missbrauchskrise: Die Missbrauchskrise hat die Glaubwuerdigkeit des Klerus, die hierarchische Struktur der Kirche und den Zoelibat noch einmal massiv in Frage gestellt.

3.       Fluegelkaempfe: Im Vatikan und auf der Ebene der Bischoefe geht es gerade heiss her: Immer deutlicher aeussern sich Kritiker von Papst Franziskus: Erst waren es die Zweifler-Kardinaele (dubia): Burke, Meissner, Brandmueller und Caffara. Dann kam Kurienerzbischof Viganó gefolgt von einigen US-Sympatisanten. Und gerade erst Papst Benedikt und Kardinal Mueller. Kardinal Sarah gehoert schon laenger zu diesem Fluegel.

Die konservative Fraktion stellt sich gegen Franziskus und dessen Reformplaene. Kardinal Mueller meint gar, die Kirche als Institution sei gar nicht reformierbar, weil sie von Gott stammt. Dass sich ihre geschichtliche Gestalt in den letzten 2000 Jahren staendig veraendert hat, scheint er ueberhaupt nicht wahrzunehmen. Auf der anderen Seite ein staendig wachsender Block der (nicht nur aber vor allem) von Franziskus ernannten Bischoefe und Kardinaele. Die Synodalitaet bringt Bewegung in die Reform der Kirche, auch wenn sie aufgrund der grossen Zahl der Bischoefe und der sehr unterschiedlichen Situationen weltweit nur sehr langsam vorankommt. Und es gibt auch einige sehr agressive rueckwaertsgewandte Priester und Laien.

4.       Frauenfrage Daran kommt die Maennerkirche nicht vorbei. Und es faellt ihr unsagbar schwer, hier wirkliche Erneuerung zuzulassen. Viele Frauen in Europa und Nordamerika werden ungeduldig, koennen nicht laenger warten: Wird es rechtzeitig zu wirklichen Reformen kommen, oder werden die Frauen massiv aus der Kirche auswandern? Das koennte zu einer neuen Fluechtlingskrise fuehren. (Das koennte man auch ausweiten auf die Laien- und Gender-Fragen).

5.       Welt ohne Gott: Gott kommt kaum noch vor in der saekularen Welt. Allenfalls als Traditión, Erinnerung an fruehere Zeiten. Der Mensch hat seine Stelle eingenommen. Aber die Welt ist dadurch nicht menschlicher geworden: Gewalt, Krieg, Leid und Hunger sind nicht auszurotten.



¿Wohin wird das fuehren?

Was ich mir nicht erhoffe:

1.       Eine Spaltung in der katholischen Kirche. So wie nach dem Konzil die Lefebfre-Leute aus der Kirche auszogen, koennten nun auch die Burkes und Muellers eine neue, „rechtglaeubige“ Kirche gruenden.

2.       Ein massiver Auszug der fortschrittlichen Kraefte aus der Kirche mit einem anschliessenden Rechtsruck der Uebriggebliebenen, die im besten Fall noch die Groesse einer Sekte wie die Zeugen Jehovas haette.

3.       Eine voellige Verweltlichung der Kirche. Ohne frohe Botschaft, ohne Gott, waere sie noch so eine Art christlicher Heimatverein mit etwas sozialem Engagement.

Was ich mir erhoffe:

1.       Kirche, als Ort des Lebens. Da darf und muss es unterschiedliche Formen von Zugehoerigkeit geben: Engagierte, die in kleinen intensiven Gemeinschaften zuhause sind und von dort aus wirkliches soziales oder kirchliches Engagement zeigen. Mitarbeiter, die sich zeitweise und je nach ihren Gaben engagieren. Mitglieder, die die Intensitaet ihrer Mitgliedschaft selber bestimmen koennen. Sprirituelle, die bei der Kirche immer wieder auftanken, ohne sich deswegen binden zu muessen. Hilfesuchende, die zumindest ein offenes Ohr finden.

2.       Statt Ausschluss Einbeziehung der Gaben aller. Hinhoeren und Neues zulassen. Altes nicht leichtfertig ueber Bord werfen, sondern sorgfaeltig pruefen.

3.       Auf Gott hoeren. Nicht meinen Willen durchsetzen bei den dringend anstehenden Reformen, sondern ganz auf Gott vertrauen. Gott ist schon da, in dieser globalisierten und sich staendig veraendernden Welt. Es muss Seine Reform sein, nicht meine. Ich glaube, dass uns in dieser Zeit des Wandels der Geist geschenkt wird, der Heilige Geist von der pfingstlichen Erneuerung der Kirche.

¿Was sollten wir jetzt tun?

1.       Zielstrebig an der Erneuerung arbeiten aber mit langem Atem. Wer mit kurzem Atem rennt, wird schnell muede und gibt auf. Daher langsam gehen, aber vorwaerts, niemals zurueck. Das Konzil wird jetzt erst wirklich umgesetzt, es wird wohl noch einiger National- und Dioezesansynoden beduerfen.

2.       Nicht gegen Franziskus sondern mit ihm. Er hat die Erneuerung angestossen, stoesst aber auf viele Grenzen und Widerstaende. Auch wenn es mir zu langsam geht, nicht dem vorsichtigen Reformer in den Ruecken fallen.

3.       Gemeinschaftliche Prozesse anstossen. Wir sollten viele „Basisgemeinden“ gruenden. Leute die beten, suchen und einfach vorwaerts gehen. Wir sind Kirche. Wir sind Gemeinde. Franziskus und seine Bischoefe brauchen Leute, die einfach einmal die zukuenftige Kirche ausprobieren und leben. Ohne gleich Priesterinnen zu weihen, koennen heute schon Frauen Kleingemeinden leiten. Solange nur Priester Eucharistie feiern duerfen, sollten einfach neue Gottesdienstformen ausprobiert werden. Die Pfarreien werden immer groessere Territorien umfassen. Aber darin wird Platz sein zum Ausprobieren von vielen neuen Gemeindetypen. Das sollten wir einfach tun. Papst Franziskus beginnt die Reform an der Spitze. Wir sollten uns an der Basis mehr zutrauen.



Caravelí, 7.5.19                Reinhold Nann



Fragen zum Weiterdenken:

Carlos Castillo der neue Erzbischof von Lima, hat bei seiner Bischofsweihe im Februar dieses Jahres allen Glaeubigen und Gruppierungen in Lima, ja sogar den Nichtglaubenden folgende Frage gestellt, die ich dann auch in meiner Praelatur gestellt habe und Ihnen allen stellen moechte:

1.       ¿Was fuehlen Sie in der Tiefe ihres Herzens, wie die Kirche sich aendern sollte?

Ich wuerde dem noch eine zweite Frage hinzufuegen:

2.       ¿Wozu sind Sie bereit, mitzutun an dieser Aenderung?

Treten wir in einen Dialog ein. Ihre Antwort (oder die ihrer Gruppe) koennen Sie schicken an: r.nann@web.de

viernes, 2 de marzo de 2018

Besuch in Buettelborn




Bodenständiger Bischof zum Anfassen  Bischof Reinhold Nann aus Caraveli war zu Gast in Büttelborn

Er ist erst kurz im Amt und besuchte nun zum ersten Mal die Pfarrei St. Nikolaus von der Flüe in Büttelborn: Reinhold Nann - Bischof der Territorialprälatur Caravelí (Peru). Mit dabei war als Überraschungsgast Diakon Hermann Schweikart aus Oberá (Argentinien), ein langjähriger Freund des Bischofs.

Gottesdienst

Es war schon ein besonderer Gottesdienst, der am Sonntagnachmittag (25.02.) in der Büttelborner Pfarrkirche gefeiert wurde. Der Kirchenchor sang, drei Diakone, zwei Priester und ein Bischof im Altarraum und trotz der  ungewohnten Zeit  (17:00 Uhr) am Nachmittag, war der Gottesdienst auch noch relativ gut besucht.

Zu Gast in der Büttelborner Pfarrgemeinde St. Nikolaus von der Flüe, war Bischof Reinhold Nann aus Caraveli. Er ist seit August 2017 Bischof der Prälatur im Süden von Peru. Diese wird seit rund ca. 10 Jahren von der Büttelborner Pfarrgemeinde unterstützt. Bereits der Vorgänger von Bischof Nann, Bischof Juan Carlos Vera Plasencia MSC, besuchte zwischen 2009 und 2014 dreimal die Pfarrei in Büttelborn. Gemeinsam mit Pfarrer Joachim Respondek (St. Nikolaus von der Flüe) und Pfarrer Norbert Kissel (St. Walburga Groß-Gerau) zelebrierte Bischof Nann den Gottesdienst. Diakon i. R. Günter Seemann (Astheim / Groß-Gerau), Diakon i. R. Dr, Joseph Theruvath (Groß-Gerau) und Überraschungsgast Diakon i. R. Hermann Schweikart aus Oberá (Argentinien) assistierten. Hermann Schweikart und Bischof Nann kennen sich seit vielen Jahren. Außerdem arbeitet Hermann Schweikart in den 80er Jahren in Puquio, dass zur Prälatur von Caravelí gehört. "Wir freuen uns sehr, dass sie schon so relativ kurz nach ihrer Bischofsweihe unsere Pfarrei besuchen“,  sagte der PGR-Vorsitzende Markus Schenk am Ende des Gottesdienstes. 

Benefizessen

Bodenständig und unkompliziert so präsentierte sich der Gast aus Peru beim anschließenden Benefizessen im Pfarrzentrum – dort waren fast alle Plätze besetzt. Die Verantwortlichen der Pfarrgemeinde freuten sich über rund 80 Teilnehmer, die sich das vorbereitete Essen schmecken ließen und das Spendenschwein fütterten. Immer wieder nutzten Gäste und Bischof die Möglichkeit zum Gespräch und gegenseitigen Austausch. Den Erlös des Benefizessens (ca. 560,- €) stellt die Pfarrgemeinde den Projekten von Bischof Nann in der Prälatur von Caravelí zur Verfügung. Hinzu kommen noch weitere Spenden, die im Zusammenhang mit dem Besuch des Bischofs eingegangen sind. Außerdem werden auch die Kollekten der Gottesdienst des Wochenendes; den Projekten von Bischof Nann zur Verfügung gestellt. So wird wohl ein vierstelliger Betrag zusammen kommen. Die Organisatoren (Pfarrgemeinderat, Festausschuss und Freundeskreis für Lateinamerika) danken recht herzlich allen Helfer/innen sowie allen Teilnehmern und Spendern, die für ein gutes Gesamtergebnis  zur Unterstützung der Projekte gesorgt haben.  

Bischof Reinhold Nann

Reinhold Nann: geboren am 25. August 1960 in Breisach, aufgewachsen in Achkarren, Studium in Freiburg, Priesterweihe 1987, Seelsorger in Mannheim-Rheinau und Waldkirch, 1992 Bistum Carabayllo in Peru, 1997 bis 2001 Brühl bei Mannheim, 2002  Wechsel ins Erzbistum Trujillo (Peru). Zuletzt Pfarrer in „San Antonio de Padua“ im Amazonasgebiet, an der Grenze zu Kolumbien. Dort erreichte ihn im Mai 2017 die Nachricht von seiner Ernennung durch Papst Franziskus. Bischofsweihe: 15. August 2017 in Trujillo – Amtseinführung: 22. August 2017 in Caravelí. 

Caraveli

Die Territorialprälatur Caravelí wurde im Jahr 1957 gegründet. Sie liegt im Department Arequipa, im Süden Perus. Der Ort Caravelí selbst hat ca. 4000 Einwohner und liegt 1700 m hoch. Das Gebiet der Prälatur reicht von der Pazifikküste bis auf eine Höhe von über 4.000 m, umfasst ca. 30.000km² und ist damit fast so groß wie Baden-Württemberg – allerdings leben dort nur ca. 150.000 Menschen. Die Prälatur hat 22 Pfarreien mit 15 Priestern und 5 weibliche Ordensgemeinschaften. Die Region ist eine der trockensten des Landes. Deutlich spürbar sind dort die Folgen des Klimawandels.

Peru

Peru ist das drittgrößte Land Südamerikas - dort leben ca. 32 Mio. Menschen. Fast ein Drittel der Bevölkerung lebt in der Hauptstadt Lima oder in deren Einzugsgebiet.Auch wenn sich die Armut und die Ungleichheit im Land verringern, sind sie nach wie vor das größte Problem Perus. Vermögen und Einkommen sind sehr ungleich verteilt. Besonders stark ausgeprägt ist die Armut in den ländlichen Regionen des Andenhochlandes, am Ostabhang der Anden, in Amazonien und unter der indigenen Bevölkerung. Ein Großteil der Peruanerinnen und Peruaner lebt von Subsistenzlandwirtschaft (Selbstversorgung) und von schlecht bezahlten Tätigkeiten im informellen Sektor. Die Landflucht steigt weiter an und auch heute werden viele Indigene diskriminiert. Große multinationale Konzerne bauen die vorhandenen Bodenschätze ab und streichen die Gewinne ein. Verlierer sind die einheimische Bevölkerung und die Umwelt. Peru leidet besonders unter den Folgen des Klimawandels.

Südamerikaprojekte

Schon seit rund 30 Jahren unterstütz die Katholische Pfarrgemeinde St. Nikolaus von der Flüe aus Büttelborn Projekte mit den Schwerpunkten: Kinder, Bildung, Gesundheit, Selbsthilfe und Nachhaltigkeit  in Südamerika. Von Beginn an wurden die Projekte von Diakon Hermann Schweikart und seiner Frau Doris unterstützt, die seit 1989 in Oberá im Nordosten von Argentinien leben. Einige Jahre zuvor, zwischen 1984 und 1988  arbeiteten sie für dreieinhalb Jahre in Peru. Die Stadt Puquio, in der sie damals lebten, gehört zur Prälatur von Caravelí. Durch diese Verbindung entwickelte sich im Jahr 2008 das Engagement der Büttelborner Pfarrei in Caravelí.  


miércoles, 24 de enero de 2018

Der Papst in Peru



Vom 18. Bis 21. Januar war in Peru der Ausnahmezustand: Der Papst ist da. Zum letzten Mal war es Papst Johannes Paul II vor 30 Jahren. Und Stolz: Wir sind Papst. Die Welt schaut auf uns.

Nach Puerto Maldonado reisten Vertreter von Amazonas-Indianer-Staemmen aus weit entfernten Gegenden an. In Lima und Trujillo waren jeweils weit ueber eine Million Menschen bei den Gottesdiensten. An allen Strassen, wo er durchkam, Menschentrauben, selbst vor der Nuntiatur haben welche uebernachtet um ihn zu sehen. Die Begeisterung war deutlich zu spueren. 77% der Peruaner sind katholisch, bei einer Umfrage bewerteten 66% der Befragten den Papstbesuch positiv.

Einige Schlaglichter:

  1. Der Papstbesuch begann in Puerto Maldonado, einer 100.000 Einwohnerstadt im suedlichen Regenwald. Ein ueberdachtes Stadion voll mit Vertretern der indigenen Amazonasvoelker. Das sind kleine Minderheiten mit eigener Sprache die ueberwiegend vom Fischfang leben. Sie haben dem Papst von ihren Problemen erzaehlt, 30 Minuten lang. Und der Papst hat zugehoert. Frueher haben ihre Organisationen die Kirche oft zurecht kritisiert, weil sie ihre Kultur vielfach nicht respektiert hat. Dies hat sich mit Papst Franziskus und seiner Enzyklica “Laudato si” veraendert. Nun wurde der Papst und die Kirche als Verbuendeter angesehen. Und darán liess der Papst keinen Zweifel in seiner Ansprache. Er klagte die ruecksichtslose Ausbeutung des Regenwaldes an. Es geht ihm um die Mutter Erde und die Menschen, die seit Jahrhunderten im Amazonasgebiet wohnen: “Ihr seid wichtiger als das Gold, das Erdoel und die Edelhoelzer. Ihr seid Kinder Gottes und der Kirche. Niemand hat das Recht Euch euere Stammesgebiete im Namen des Fortschritts zu entreissen”. Das hat den Bewohnern der Stadt Puerto Maldonado nicht so gut bekommen. Und er hat klargemacht, dass ihre Kultur wichtig ist fuer die Welt. Dass auch die Kirche nicht einfach eine westliche Kultur im Namen des Evangeliums ueberstuelpen darf, sondern dass es einen interreligioesen Dialog braucht. Die Kirche will immer mehr eine Amazonas-Kirche werden, sich in diesen Raum inkulturieren. Dazu dient eine fuer das naechste Jahr angekuendigte Amazonas-Synode, an der Vertreter aus 100 Apostolischen Vikariaten aus 7 Laendern teilnehmen werden, die alle zum Amazonasgebiet gehoeren. Als Missionar, der immerhin 5 Monate im Amazonasgebiet gearbeitet hat, war ich hellauf begeistert von diesem Treffen.
  2. In Trujillo, der zweitgroessten Stadt Perus mit knapp einer Million Einwohnern kam ueber eine Million Menschen zusammen. Es war ein Fest der Volksfroemmigkeit Perus. Von weit entfernt kamen ueber 40 besonders verehrte Heiligenbilder in zum Teil eigens dafuer angefertigten Heiligen-Mobilen (dem Papamobil nachempfunden). Da waren: Die Virgen de la Puerta, das Kreuz von Motupe, der “Gefangene” Jesus von Ayabaca, der Heilige Jakobus von Santiago de Chuco und selbst die Schoenstattmuttergottes war dabei. Und mit ihnen die Menschen, die dieses Bild verehren und Folkloregruppen, die davor tanzen. Und so wie die Heiligenfigur haben viele auch den Papst gesehen: Vielleicht kann er mich heilen, vielleicht hilft es mir ihn zu sehen oder ihn zu beruehren. Natuerlich gibt es auch heute noch Wunder und der Papst ist schliesslich ein Mann Gottes, so sehen das viele. Er hat ein Muttergottesbild gekroent zur Mutter der Einheit und der Hoffnung. Der Papst kennt diese Volksfroemmigkeit, greift sie auf und setzt doch auch neue Akzente: Maria ist eine Frau. Daher ist Gewalt gegen Frauen inakzeptabel. Wenn Maria Mutter ist und eines ihrer Kinder leidet, muessen die anderen mithelfen. Der Papst besuchte die Opfer der Ueberschwemmungen vom vergangenen Jahr.
  3. In Lima ist mir vor allem die Begegnung mit den Bischoefen zu Herzen gegangen. Er war da ganz offen, hat spontane Fragen zugelassen, und das Fernsehen hat alles live gefilmt. Er hat vom Heiligen Toribio von Mongrovejo erzaehlt aber dabei der Kirche Perus ganz kraeftig den Kopf gewaschen. Der zweite Bischof Limas hat damals seine Dioezese (fast ganz Peru) dreimal bereist: Das heisst, er war 18 Jahre (von 22 als Bischof) ausserhalb Limas auf dem Pferd unterwegs. Hat Gefirmt, Regional-Synoden abgehalten und einen zweisprachigen Katechismus herausgebracht. Nur 4 Jahre war er insgesamt am Sitz in Lima. Das heisst nahe bei den Menschen sein.


Auffallend war fuer mich, dass der Papst die typischen konservativen Themen der katholischen Sexualmoral mit keinem Wort erwaehnte. Es ging ihm vor allem um soziale Probleme und praktische Lebenshilfe. Auch der Staatspraesident konnte den Papst nicht vor seinen Karren spannen: Vor wenigen Tagen hat er ein neues “Kabinett der nationalen Versoehnung” gebildet. Der Papst dagegen nahm das Wort “Versohnung” nicht einmal in den Mund. Die peruanische Kirche muss menschlicher werden, Menschen in ihren Problemen begleiten und nicht verurteilen. Und das kam bei den Menschen gut an. Weg vom Klerikalismus, hin zu einer dienenden Kirche.

sábado, 30 de diciembre de 2017

Reflexionen zum Jahreswechsel aus Peru



Was hat 2017 gebracht, und wie koennte man das im Licht des Glaubens sehen?

  1. Zu Beginn des Jahres hat das Wetterphaenomen “El Niño” vor allem im Norden grosse Schaeden durch Ueberschwemmungen angerichtet. Dies erzeugte eine enorme Welle der Hilfsbereitschaft in der Bevoelkerung. Auch die Regierung war sofort mit Notfallhilfe zur Stelle, aber der Wiederaufbau geht gewohnt langsam voran.
  2. Der Fall “Odebrecht” hat das riesige Ausmass der Korruption sichtbar gemacht. Fast alle Firmen, die in den letzten 20 Jahren Staatsauftraege bekamen haben geschmiert, und die Funktionaere haben gerne mitgemacht. Fast alle Expraesidenten und Parteien sind verwickelt und angeklagt, einer sitzt bereits in Untersuchungshaft. Die Korruption scheint allmaechtig zu sein. Allerdings ist die Justiz zur allgemeinen Ueberraschung deutlich energischer als frueher an der Verfolgung auch grosser Fische dran.
  3. Mitte des Jahres hat der Lehrerstreik ueber Monate die oeffentlichen Schulen lahmgelegt. Das Gehalt der Lehrer wurde kraeftig erhoeht. Das war richtig, haette aber ohne soviel Unterrichtsausfall vonstatten gehen muessen.
  4. Peru hat gerade noch fuer die Fussballweltmeisterschaft in Russland 2018 qualifiziert, nach ueber 30 Jahren. Das hat das Volk mehr geeint und aufatmen lassen, als alles andere. Auch wenn Paolo Guerrero zunaechst wegen Doping ausgeschlossen und dann doch wieder zugelassen wurde.
  5. Kurz vor Weihnachten waere beinahe der Praesident vom Parlament gestuertzt worden. Und dann drei Tage danach begnadigt er den ExPraesidenten Fujimori. Die Fujimori Partei hat die Mehrheit im Parlament, aber einige Abgeordnete haben sich enthalten. Die meisten glauben, dass die Begnadigung ein Kuhhandel des Praesidenten war, um an der Macht zu bleiben. Nun gehen Tausende auf die Strassen, um gegen die Begnadigung zu protestieren. Da zeigt sich der ganze Frust am politischen System. Der Konflkt zeigt die tiefen Graeben in der peruanischen Gesellschaft auf: Zwischen Fujimoristen und Anti-Fujimoristen. Fujimori regierte in den 90 Jahren 10 Jahre als Diktator. Es gab viel Korruption und ein Mordkommando der Regierung mit ueber 20 Opfern. Aber er hat Peru auch vom Terrorismus des “Leuchtenden Pfades” befreit und die Hyperinflation besiegt. Nun sind auch die Parteien in sich gespalten. Der politische Gegner wird satanisiert und zum Feind gemacht. Es gibt keinen Dialog, weil jede Seite die Fehler nur beim anderen sucht.

Und was bringt 2018?

  1. Die Regierungschefin hat eine neue “Regierung der nationalen Versoehnung” ausgerufen. Das ist pathetisch. Diese Regierung wird wahrscheinlich nicht bis zum Jahresende dauern. Versoehnung muesste im Volk geschehen. Nach der Zeit des Terrorismus wurde diese Chance verpasst. Man hat 2002 nicht auf die “Wahrheits- und Versoehnungskomission”gehoert, weil niemand eigene Schuld eingestehen mochte. Die Vorraussetungen sind sehr schlecht, dass das 2018 gelingen wird.
  2. Der Kampf gegen die Korruption von Seiten der Staatsanwaltschaft geht weiter. Wird die Bevoelkerung eine Art Pakt gegen die Korruption einfordern koennen, bei dem jeder zuerst im eigenen Haus kehrt?
  3. Die Weltmeisterschaft in Russland laesst uns hoffnungsvoll nach vorne schauen. Mit Opfern und Begeisterung kann eine Mannschaft und ein Volk zum Erfolg kommen.
  4. Der Papst kommt nach Peru. Franziskus wird mit offenen Armen empfangen. Er ist Hoffnungstraeger, zeigt uns, dass man aus dem Glauben heraus die Welt veraendern kann. Er zeigt uns, die Armen nicht auszuschliesen und lenkt unseren Blick auf die Amazonasvoelker und die Umweltprobleme.
  5. Seit August bin ich nun Bischof von Caravelí. In ca 8 Wochen auf Reisen habe ich fast alle meine 22 Pfarreien kennengelernt. 2018 moechte ich beginnen, zusammen mit den Pfarrern, Schwestern und Katecheten einen Pastoralplan zu erarbeiten. Ich bin guten Mutes.


Ein gutes Neues Jahr wuenscht Ihnen/Euch      Ihr/Euer  Bruder Bischof aus Caravelí     +Reinhold Nann

viernes, 1 de diciembre de 2017

Interview mit der Katholischen Nachrichten Agentur


Ein deutscher Bischof in Peru rückt die Armen ins Zentrum"Kein Protzbischof"

An einer Kirchenkarriere hat er nie gearbeitet. Dafür mit Indigenen am Amazonas und Slumbewohnern in Lima - Bischof Reinhold Nann. Papst Benedikt XVI. hätte ihn nie zum Bischof gemacht, ist sich Nann sicher. Doch dann kam Franziskus. 

Mit Franzikus bekam die Arbeit Nanns in Elendsvierteln der peruanischen Hauptstadt Lima, in armen Andendörfern und bei Indigenen im Amazonas einen anderen Stellenwert. "Franziskus hat einen Wandel angestoßen. Eine Art Rückkehr zum Auftrag der Bibel. Denn die Armen und Außenseiter, aber auch die Seelsorger, die an die gesellschaftlichen Ränder gehen, sie stehen nun plötzlich im Zentrum der Kirche."

Dies lasse sich fast fünf Jahre nach der Wahl des Papstes aus Argentinien auch in der vatikanischen Personalpolitik beobachten, so der 57-Jährige. Beim jüngsten Treffen aller 114 während der vergangenen zwölf Monate neu geweihten katholischen Bischöfe in Rom habe es nur wenige Universitätstheologen oder Kirchenmanager gegeben, erklärt Nann. "Die meisten waren Praktiker. Und ich, der ich aus einer der ärmsten Ecken Perus kam, fühlte mich nie als Außenseiter."

Von Deutschland in die Anden und den Vatikan

Von Deutschland in die Anden und den Vatikan: Hinter dem Mann mit schlichter Brille und dunklem Wollpullover liegt ein langer Weg. Nann stammt aus dem kleinen Kaiserstuhl-Weindorf Achkarren bei Freiburg. Schon während des Theologiestudiums wollte er nach Lateinamerika, der Priesterseminarleiter war dagegen. Erst im Zuge der damals neuen Kirchenpartnerschaft zwischen Freiburg und Peru klappte es dann 1986.

"Gemeinsam mit peruanischen Priestern haben wir am Stadtrand Limas gearbeitet. Es war eine aufregende und manchmal auch gefährliche Zeit", erinnert er sich. Das Land stand wegen des Kampfes mit den Terroristen vom "Leuchtenden Pfad" am Abgrund. Für deutsche Staatsbürger gab es Evakuierungspläne. Doch Nann blieb.

"Hungrig nach Frieden"

Anfang der 1990er wurde es ruhiger, und der junge Pfarrer traf auf Menschen, die der Terrorismus und die Angst hungrig gemacht hatten: "Hungrig nach Frieden und hungrig, religiösem Leben wieder Raum zu geben. Es war ein kirchlicher Frühling." Bis heute hält Nann - mittlerweile über WhatsApp - Kontakt zu der damaligen Gruppe von Jugendlichen, die er auf die Firmung vorbereitete. "Das ist auch eine der großen Unterschiede zu Deutschland. In Peru kann ich immer mit sehr vielen jungen Menschen arbeiten."

Nach mehr als 20 Jahren Lateinamerika fällt dem bescheiden auftretenden und häufig lächelnden Mann mit hölzernem Bischofsring eine, so sagt er, Paragrafenfixierung der deutschen Kirche auf. "Franziskus hat uns aufgerufen, mutig neue Wege auszuprobieren und immer nach individuellen Lösungen zum Wohl der Einzelnen zu suchen. Aber in Deutschland scheint es mir zu häufig in erster Linie um das Einhalten des Kirchenrechts zu gehen."

Nann versprach das "Gegenteil eines Protzbischofs" zu sein 

Dabei ist Nann kein linker Träumer oder Revolutionär. Er gehört der Gemeinschaft der Schönstattpriester an, die der Marienverehrung besonderen Raum gibt. Zugleich sieht er sich als Sympathisant der "neuen Befreiungstheologie". "Ich bin ein Sünder, der sich von Gott geliebt weiß", schrieb er nach seiner Ernennung in seinem Blog. Und er versprach, das "Gegenteil eines Protzbischofs" zu sein - ein Don Quichotte, der gegen den "Wind des Geldgötzen" kämpft. "Geld darf nicht zum Heilmittel der Erlösung werden", sagt Nann. Er beobachtet, dass auch in Lateinamerika Individualismus wächst und gesamtgesellschaftliche Solidarität schwindet.

Seine südperuanische Prälatur Caraveli reicht vom Meer bis auf 3.000 Meter Höhe. Und ist ähnlich groß wie Baden-Württemberg. Aber dort leben nur etwa 150.000 Menschen, und in 22 Pfarreien arbeiten 15 katholische Priester. Um bei Firmungen die Gemeinden zu besuchen, ist Nann stundenlang im Geländewagen auf unbefestigten Pisten unterwegs.

Vor Weihnachten ist er nun in Deutschland, um für die katholische Adveniat-Weihnachtspendenaktion zu werben. "Die globalen Probleme von Umweltzerstörung und Klimawandel, aber auch Fragen nach einer gerechten Gesellschaft und fairen Arbeitsbedingungen können wir nur gemeinsam lösen", zeigt sich Nann überzeugt. Christen dürften nicht wegschauen, wenn Wohlstand auf Kosten anderer erkauft werde. In Peru hat er die globalen Abhängigkeiten hautnah erlebt. "Zum Beispiel dann, wenn Regenwald unwiederbringlich abgeholzt wird, um Kakao für Europa anzubauen." Auch da ist Nann wieder nah bei Franziskus und dessen Aufruf zur Bewahrung der Schoepfung. (KNA 30.11.17)

lunes, 2 de octubre de 2017

Begruessung und Firmungen in Puquio und Lucanas am 1.Oktober




Puquio und Lucanas liegen in den Anden im Departement Ayacucho. Ich wurde sehr herzlich begruesst und habe ueber 200 Jugendliche gefirmt.

lunes, 11 de septiembre de 2017

Mein neuer Wirkungsort: die Praelatur Caravelí






Caraveli ist ein Landkreis im Department Arequipa im Sueden Perús. Der Ort Caravelí selbst hat ca. 3000 Einwohner und liegt auf 1700m hoch. Ein sehr angenehmes Klima: trocken und warm am Tage und nachts frisch aber nicht wirklich kalt. An mehr als 320 Tagen im Jahr scheint die Sonne und der Himmel ist blau. Seit der Kolonialzeit wird hier Wein angebaut, der Traubenschnaps kann sich sehen lassen. In den letzten Jahren ist der Kleinst-Bergbau (v.a. Gold) angewachsen. Von Lima aus kommend sind es ca. 11 Busstunden, die meiste Zeit auf der Panamericana nach Sueden.

1957 hat der Vatikan die Praelatur Caraveli gegruendet. Ausser der Provinz Caraveli gehoeren dazu auch 3 Provinzen im Hochandenbereich, die zum Departement Ayacucho gehoeren. Die Praelatur umfasst ca. 30.000km2, also fast so gross wie Baden-Wuertemberg. Allerdings wohnen nur ca. 150.000 Menschen hier.

Die Praelatur hat 22 Pfarreien, die weiteste ist in 12 Stunden mit dem Gelaendewagen erreichbar. Es gibt 15 Priester und 5 weibliche Ordensgemeinschaften. Die Gruendung “Missioneras de Jesus Verbo y Victima” ist aus Caravelí und geht dorthin, wo kein Priester mehr hinkommt. Sie bilden zur Zeit 30 Novizinnen in Caraveli aus. Die ersten Bischoefe waren deutsche Herz Jesu Missionare aus Hiltrup: Federico Kaiser und Bernardo Kuehnel. Letzterer wird jetzt 90 Jahre alt und arbeitet noch an der Kathedrale mit. Mein Vorgaenger war Juan Carlos Vera, peruanischer Herz-Jesu-Missionar, der dann 2014 zum Militaerbischof ernannt wurde. Es gibt noch ein “kleines Seminar” (Wohnheim fuer Sekundarschueler), eine Pfarrschule und ausser der Bischofskirche auch eine Wallfahrtskirche der “Virgen del Buen Paso”. Ich wohne im Bischofshaus, ein einstoeckiger Holzbau, der frueher Schwesternhaus war. Zum Mittagessen bin ich dann beim Pfarrer und dem Alt-Bischof. Es gibt einen Toyota Hilux Gelaendewagen. Es gibt viele Gaestezimmer, Telefon und Internet. Ein Ordinariat habe ich nicht, ich komme mit einem Sekretaer und seinem Buero aus.

Meine Hauptarbeit besteht zunaechst mal darin, die 22 Pfarreien und das Seelsorgepersonal kennenzulernen. Deswegen bin ich jetzt oefter auf mehrtaegigen Firm- und Besuchsreisen. Jede Pfarrei hat dafuer ein eigenes “Bischofsgaestezimmer”. Meine erste Reise ging vom 29.-31.8. nach Otoca (ca. 6 Stunden Fahrt), wo wir das Fest der Heiligen Rosa gefeiert haben.

Die Praelatur hat auch ihren blog: www.prelaturacaraveli.blogspot.com.pe

sábado, 9 de septiembre de 2017

Eine neue Generation von Bischoefen

Ich betrachte mich unter den ueber 100 in den letzten Monaten neugeweihten Bischoefen bei ihrem Kurs der Baby-Bischoefe in Rom: Ich bin keine Ausnahme! Die meisten sind keine Doktoren, Kirchenrechtler, Ordinariatskarrieristen, Ultrakonservative. Nein, die meisten sind Pfarrer gewesen, Seelsorger, menschlich und nett. Die neue Generation von Bischoefen aehneln Franziskus...

sábado, 26 de agosto de 2017

Amtseinfuehrung in Caravelí


In Caraveli war dann am 22. August die Amtseinfuehrung mit deutlich weniger Gaesten, aber dafuer Delegationen aus den 22 Pfarreien der Praelatur. Ich wurde am Ortseingang begruesst, und durfte durch den Ort bis zur Kathedrale gehen, begleitet von vielen Kindern und Jugendlichen mit Deutschland- Peru- und Vatikan- Faehnchen. Es war wie ein Volksfest. Blasmusik und Jubel fuer die Ankunft des neuen Bischofs. Ich war wie in einem schoenen Traum. Am Abend verabschiedete sich dann auch meine Familie. Am 25. ging das Feiern wieder weiter mit meinem Geburtstag. Nun hoffe ich auf ein ruhigere Tage.



Vom 5. Bis 18. September werde ich in Rom sein zum Kurs der Baby-Bischoefe. Alle, die auf der ganzen Welt in den vergangenen 12 Monaten zum Bischof geweiht wurden, muessen an diesem Kurs teilnehmen. Bin mal gespannt.

Ganz herzlichen Dank fuer Euer Beten und Mitgehen. Ich habe mich sehr getragen gefuehlt.





Nach der Weihe








Nach der Weihe gab es einen Empfang mit vielen Umarmungen und Fotos. Mittagessen mit den Gaesten von ausserhalb fuer ca 300 Personen in meiner frueheren  Vorstadtpfarrei “La Esperanza” fuer ca 300 Personen. Ich wurde im Spalier von hunderten von begeisterten Leuten empfangen.

Die Dankandacht war im Schoenstattheiligtum. Die Bewegung hat einen Bund mit mir geschlossen: Deine Sendung (Mission) ist auch unsere. Die Gottesmutter wird Dich begleiten.

Am naechsten Abend Messe und Begegnung in meiner frueheren Pfarrei in Alto Moche. Auch ein Tanz durfte nicht fehlen.

Aus Deutschland kamen 8 Familienmitglieder: Meine Mutter, meine Schwester Martina, mein Bruder Andreas mit seiner Frau Britta, ihre Tochter Sarah und Sohn Samuel mit Anhang. Ausserdem Weihbischof Michael Gerber aus Freiburg, Pfr. Christian Loehr, Generalrektor des Schoenstaetter Priesterverbandes und Pfr. Franz Wehrle (Freiburg) aus meinem Weihekurs. 2 Frauen aus Karlsruhe, Diakon Horst Schweikart fuer Fidei Donum, Juergen Huber und Pfr Tibor Szelesz aus der Partnerschaft und der Deutschen Gemeinde in Lima.